himmel
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"Das Untere ist wie das Obere, das Obere wie das Untere [...] Von der Erde steigt es zum Himmel hinauf und sinkt dann wieder zur Erde herab."

Tabula Smaragdina



















Astrologie


Für die Wissenschaft ist es Schwachsinn, manche glauben einfach daran, wieder andere sind davon felsenfest überzeugt. Was Astrologie ist und darstellt, ließe sich in vielen Büchern abhandeln, am Ende wird man viel mehr Fragen aufwerfen, als man zu beantworten erhofft hatte.

Vereinfacht gesagt, lässt sich mithilfe der Astrologie die Qualität der Zeit darstellen. Die Konstellationen am Himmel zeigen wie eine Uhr, wann die Zeit für etwas gekommen ist, in Erscheinung zu treten. Sie beeinflussen aber nicht unser Leben und determinieren es auch nicht, jedoch spiegeln sie unser Selbst und dessen Handlungen wieder. Das bedeutet, dass Astrologie nicht das Einwirken von göttlichen und schicksalhaften Kräften darstellt (wie früher geglaubt), sondern lediglich unser eigenes Tun. Es bleiben immer wir die Initiatoren unserer Handlungen, die Schöpfer unseres Lebens, und die Konstellationen am Himmel bilden es gleichnishaft ab.

Die „Auswirkungen“ astrologischer Konstellationen lassen sich nicht objektivieren und verallgemeinern, daher ist und bleibt die Astrologie eine für die empirische Wissenschaft nicht greifbare Angelegenheit. Freilich bedeutet das nicht, dass sie somit ad acta gelegt werden kann bzw. etwas über ihren Wahrheitsgehalt ausgesagt ist. Lediglich die Art des Denkens ist eine andere: eine Venus/Mars-Konstellation kann z.B. eine Nierenentzündung, Verliebtheit, oder einen Streit anzeigen, da sich eine astrologische Konstellation entweder körperlich, seelisch oder geistig ausdrücken kann. Auch kann sie sich in der Projektion, Verdrängung oder in Form von „Schicksalsschlägen“ bemerkbar machen. Die Anlage, bzw. das Urprinzip, bleibt aber immer dasselbe.

Bei der Venus/Mars-Konstellation und ihren Entsprechungen würde ein empirischer Wissenschafter versuchen, daraus eine allgemeine und immer für alle geltende Regel zu machen. Jedoch ist es so, dass eine Auslösung einer solchen Konstellation im eigenen Horoskop nicht zwingend heißen muss, dass bald eine feurige Liebesaffäre zu erwarten ist, auch wenn andere entsprechende Konstellationen hinzukommen sollten. Der Grund ist, dass jeder Mensch anders ist und jeder eine andere Lebensgeschichte vorzuweisen hat. Somit erzählt jedes Horoskop eine eigene Geschichte, und die Kunst der astrologischen Deutung besteht darin, dieses Grundmuster zu erkennen. Daher kann Astrologie auch nicht auswendig gelernt und wie eine Schablone angewandt werden, man muss sie verstehen, die mannigfaltigen Ausdrucksformen astrologischer Urprinzipien erkennen und mit dem Geschehen richtig in Verbindung setzen. Deswegen lässt sie sich auch nicht sinnvoll falsifizieren, womit sie sich den gängigen wissenschaftlichen Methoden zur Wissenssicherung weitgehend entzieht.

Um die an analogem Denken orientierte astrologische Arbeitsweise zu verdeutlichen, ein kleines Beispiel:

Eine Sonne/Uranus-Verbindung entspricht im Bereich des Geistes der Hybris, dem Selbst, welches aus der gedanklichen Begrenzung ausbricht. Gleichzeitig steht sie für eine De-zentrierung, da die Sonne immer ein Zentrum darstellt und der Uranus immer für das ex-zentrische zuständig ist.

M. Roscher nannte diese Konstellation nicht umsonst die „Ikarus-Konstellation“, die eigene Hybris kann einem zum Verhängnis werden und somit steht Sonne/Uranus auch für Prozesse, die zu kippen drohen.

Im seelischen/körperlichen Bereich stellt Sonne/Uranus folgerichtig eine fluktuierende Handlungsweise dar, da immer wieder ein Kampf zwischen Zentrierung und Dezentrierung stattfindet. Dieses Wechselspiel kann sich somit auch auf den Kreislauf auswirken, auf den Körper. Das Zentrum des menschlichen Kreislaufes ist das Herz, symbolisiert durch die Sonne. Daher steht Sonne/Uranus im körperlichen Bereich u.a. für Herzrhythmusstörungen und damit einhergehend Kreislaufproblemen.